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12.12.2017

Unternehmen & Märkte

Unternehmen & Märkte: 02.08.2017

Konjunktur

Deutsche Industrie weiter auf Wachstumskurs

Trotz leichter Abschwächung verzeichnete die deutsche Industrie im Juli weiter ein kräftiges Wachstum. Verringert haben sich gegenüber dem Vormonat allerdings die Zuwächse bei Produktion, Auftragseingang und Beschäftigung, wenngleich die entsprechenden Teilindizes erneut auf hohem Niveau notierten. Das signalisiert der finale saisonbereinigte IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI). Er gab zwar binnen Monatsfrist um 1,5 Punkte auf 58,1 nach und landete damit auf einem Fünfmonatstief. Gleichzeitig bewegt sich der wichtige Konjunktur-Indikator bereits seit 32 Monaten über der neutralen Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird. Dass ist der zweitlängste Zeitraum ununterbrochenen Anstiegs seit Umfragebeginn vor 21 Jahren. Der EMI spiegelt das Ergebnis der Juli-Umfrage zur Konjunkturlage der Industrie Deutschlands in einem Wert wider.

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Bildquelle: Dreaming Andy / Fotolia.com

"Die deutsche Industrie hat im Juli leicht an Dynamik verloren. Dennoch expandierte das Verarbeitende Gewerbe weiter mit hohem Tempo", betonte Dr. Silvius Grobosch, Mitglied des geschäftsführenden Bundesvorstandes des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am 2. August 2017. "Im Auge behalten müssen wir die Entwicklung der Einkaufspreise, die bereits den 13. Monat in Folge zulegten", fügte Grobosch hinzu. Der Anstieg beschleunigte sich gegenüber Juni sogar nochmals leicht. Die Inflationsrate lag jedoch unter den zwischen Dezember und Mai erreichten Werten.

"Wie nicht anders zu erwarten, hat der EMI zuletzt leicht nachgegeben", kommentierte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, die aktuellen EMI-Daten. Das Wachstum der deutschen Industrie sei nach Einschätzung der Helaba-Bankdirektorin weiterhin gut; "aber die Bäume wachsen nun mal nicht in den Himmel. Wer sich das gewünscht haben sollte, hat offensichtlich nichts aus der Finanzkrise gelernt. So wie der deutsche Leitindex von seinem überbewerteten Niveau derzeit korrigiert, vollzieht auch der EMI eine Regression zur Mitte. Das heißt nichts Anderes, als dass sich der solide Wachstumspfad fortsetzen wird", sagte Traud dem BME.

Nach Ansicht von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, "läuft die deutsche Konjunktur gut, vielleicht sogar sehr gut, aber bei weitem nicht so gut wie es viele Stimmungsindikatoren derzeit nahelegen". Eine Korrektur der Stimmungsindikatoren sei wahrscheinlich. Möglicherweise geben die Querelen um die deutsche Automobilindustrie dazu den Startschuss, der im Sommerloch besonders laut halle. "Eine solche Abwärtskorrektur wäre aber nicht der Anfang vom Abschwung und damit der Start auf dem Weg in die nächste Rezession. Es wäre lediglich die Rückkehr des Realismus", sagte Kater dem BME.

Das EMI-Ergebnis für die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist fällt nicht mehr ganz so optimistisch aus wie im Juni, bleibt aber insgesamt überdurchschnittlich positiv. Mehr als ein Drittel der Umfrage-Teilnehmer versprechen sich vom prächtigen Konjunkturverlauf, neuen Projekten und gut gefüllten Auftragsbüchern weiter gute Geschäfte. Lediglich knapp 5 % der Befragten rechnen bis Juli 2018 mit Geschäftseinbußen und begründeten dies mit der sich wahrscheinlich abschwächenden Konjunktur, den weltweiten Krisenherden und der schwer zu berechnenden US-amerikanischen Politik.

info@bme.de, T +49 69 30838-0, www.bme.de

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