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Erfolg durch gewissenhafte Professionalität

Bild zu Erfolg durch gewissenhafte Professionalität
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Es war ein großer Schritt, als vor zwölf Jahren sieben erfahrene Mitarbeiter eines Technischen Händlers beschlossen, ihre eigene Firma aufzubauen. Es klappte, und das auch noch mit mehr Erfolg als erhofft. Man hat wohl alles richtig gemacht in der GM GmbH: größtes Gewicht legte man von Anfang an auf die Zufriedenheit der Kunden. Aber auch den Wohlfühlfaktor der Mitarbeiter hatte man immer im Auge.

Noch gibt es in manchen Regalen Platz …

Schmuckes Gebäude auf preiswertem Bauplatz in hervorragendem Marktumfeld der neue Standort von GM in München

… aber sie füllen sich schneller als ursprünglich geplant

"Wer rastet, der rostet. Aber zu schnelles Wachstum ist auch ungesund", sagt Chris Guglhör

Viel Platz und ein großes Produktangebot bietet der Laden, der von zahlreichen Handwerkern frequentiert wird

Auf der Bürofläche sorgt ein Traversensystem mit leicht demontierbaren Wänden für flexible Raumgestaltungsmöglichkeiten

Die Mitarbeiter sollen sich bei GM wohl fühlen in der freundlichen Atmosphäre der Kantine dürfte das leicht gelingen

"Wer rastet, der rostet. Aber zu schnelles Wachstum ist auch ungesund", sagt Chris Guglhör

Zielstrebig mit Mut und Selbstvertrauen bauen erfahrene Kollegen im Eiltempo die GM GmbH auf

Während eines Biergartenbesuchs wurde die Idee schon lebhaft diskutiert. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass es wahrlich keine Schnapsidee war. Schon kurze Zeit später entschlossen sich Chris Guglhör und seine Mutter Monika Guglhör tatsächlich eine eigene Firma zu gründen. Monika Guglhör war zu dem Zeitpunkt im Jahr 1996 schon lange in leitender Funktion für den eingesessenen Technischen Händler Gummi Menzel in München aktiv. Das Unternehmen war kurze Zeit vorher verkauft, der Standort München nach Gröbenzell verlagert worden. Mit dem veränderten Unternehmenskonzept der neuen Eigentümer konnte sich Monika Guglhör nicht anfreunden. Ähnlich erging es einigen anderen Kollegen, für die teilweise auch der Umzug an den neuen Standort problematisch war. Die Alternative war, es selbst zu probieren.

"Das packen wir!" - Mit einer gehörigen Portion Mut und Selbstvertrauen und sieben Mitarbeitern startete die GM GmbH am 1. September 1996 ihren Geschäftsbetrieb. Das einzig wertvolle Startkapital, das die junge Firma damals hatte, war die Erfahrung der Belegschaft, ansonsten fing man bei Null an. Um die Bestückung eines Lagers, die Miete für die Geschäftsräume im Münchener Stadtteil Aubing und die ersten Gehälter zahlen zu können, musste ein Kredit aufgenommen werden.
Am Anfang war insbesondere die Überzeugungsarbeit der zwei Außendienstmitarbeiter wichtig. Die angesprochenen Firmen hatten alle ihre festen Lieferanten, den Newcomer kannte man nicht, konnte nicht beurteilen, ob das Unternehmen lieferfähig war oder die erforderlichen Dienstleistungen anbieten konnte. Manch Außenstehender war skeptisch, ob der Technische Händler eine Zukunft haben würde.Chris Guglhör kann sich noch gut an den Beginn erinnern: "Nach der Firmengründung musste vieles ganz schnell gehen". Manches klappte natürlich nicht so reibungslos wie erhofft, beispielsweise die geregelte Zusammenarbeit mit einem Logistikdienstleister. Auch das Thema Datenverarbeitung machte anfangs wenig Freude. Bei der Einrichtung der Geschäftsräume wurde alles in Eigenregie gemacht. Chris Guglhör hat noch lebhaft vor Augen, wie so manches dabei eher laienhaft erledigt wurde. Doch die gesamte Belegschaft zog an einem Strang, schuftete auch an den Wochenenden für diese eine Idee: "Wir bauen unsere eigene Fir-ma auf." Trotz der Anfangsschwierigkeiten, man biss sich durch und der Start gelang.
Auch in der Folgezeit gab es keine Bedenken sich mit dem Projekt übernommen zu haben. "In den ersten zwei Jahren standen wir so oft unter Adrenalin, das wir gar keine Zeit hatten einen Gedanken daran zu verschwenden, ob wir uns vielleicht zu viel vorgenommen hatten", sagt Chris Guglhör. "Aber im Hinterkopf hat man natürlich immer die Frage: ‚Entwickeln sich die Geschäfte so wie erwartet?’ Aber das ist heute eigentlich immer noch so." Inzwischen müssen die Fragezeichen aber nicht mehr so groß sein, denn es ist gerade in den letzten Jahren für die GM GmbH sehr gut gelaufen. "Deshalb heben wir trotzdem nicht ab sondern lassen bei unseren Entscheidungen stets kaufmännische Vorsicht walten", betont Chris Guglhör.

Neben dem erfolgreich arbeitenden Außendienst, verhalf eine positive Mund-zu-Mund-Propaganda zu Wertschätzung in der Kundschaft. Gleich mit Beginn der Aktivitäten wurde eine Zuschnittsäge angeschafft und das Lager für Kunststoffplatten vergleichsweise reichhaltig bestückt. So konnte man schnell und flexibel auch ausgefallene Wünsche befriedigen. Hinzu kam das in kurzer Zeit gut anlaufende Ladengeschäft, das noch heute einen hohen Stellenwert hat.
Erstes Standbein des jungen Unternehmens war der Handel mit Kunststoffhalbzeugen. Wenig später kamen Gummiartikel und Schläuche dazu, und es dauerte nur wenige weitere Jahre, bis in Grundzügen das Produktprogramm in seiner heutigen Breite aufgebaut war. Das hohe Tempo war eigentlich nicht notwendig. "Es ist unsere Strategie uns stetig weiter zu entwickeln. Wer rastet, der rostet", so Guglhör. Oftmals wurden die Newcomer allerdings auch von den Wünschen der Kunden getrieben und so machte man lieber selbst das Geschäft mit neuen Produkten als den Kunden komplett an Wettbewerber zu verlieren.
Das galt auch im stark umkämpften Bereich Arbeitsschutz. Von Anfang wollte GM dabei allerdings nicht das tun, was die meisten anderen machen, sondern hat sich gleich fokussiert, eine erfolgversprechende Nische zu belegen. Diese wurde im Chemikalienbereich gefunden, wo man inzwischen Spezialist für Schutzanzüge und schweren Atemschutz ist. Industrie und Rettungsdienste greifen gerne auf das inzwischen sehr breite Angebot in diesem Bereich auch mit teilweise hoch innovativen Produk-ten zurück. Mittlerweile ist man beim Arbeitsschutz häufig Systemlieferant für große Abnehmer. Erfreulich erfolgreich gestaltete sich beispielsweise das Projekt Fußballweltmeisterschaft 2006, anlässlich derer die Sicherheitsdienste an allen Spielorten im Lande für den Katastrophenfall mit einer kompletten Ausrüstung beliefert wurden. Offensichtlich zur Zufriedenheit der Abnehmer, denn die gute Leistung sprach sich auch bis in die Nachbarländer Schweiz und Österreich herum, wo die Sicherheitsdienste während der Fußball-EM in diesem Jahr in gleicher Weise ausgestattet wurden. "Wir haben unsere Nische im Arbeitsschutz gesucht, gefunden und schnell vertieft", fast Guglhör das Erfolgsrezept zusammen.

Das notwendige Knowhow, um die zusätzlichen Produktbereiche mit der notwendigen Akzeptanz beim Kunden zu etablieren, konnte man relativ rasch durch neue Mitarbeiter aufbauen. Diese ließen sich, so berichtet Chris Guglhör, immer schnell finden. Es habe sich in kurzer Zeit herum gesprochen, dass das Unternehmen ein attraktiver Arbeitgeber sei. Was macht es dazu? "Unser gutes Betriebsklima", ist Guglhör überzeugt. "Wenn man gute Mitarbeiter haben will, dann muss man auch bereit sein etwas dafür zu geben." GM tut dies auf verschiedene Art: So werden beispielsweise regelmäßig große Tou-ren mit den Mitarbeitern einschließlich deren Familienangehörigen unternommen, wie etwa letztes Jahr mit einer gemeinsamen Reise nach Mallorca. Beleg für die hohe Wertschätzung der Mitarbeiter ist auch die eigene Kantine, die in ihrer Gestaltung mehr an ein modernes Restaurant erinnert. Hochwertiges Mobiliar, die freundliche Wandgestaltung, eine Küchenzeile mit Theke und vor allem eine großzügige Dachterrasse laden zum Verweilen ein und heben das Wohlbehagen.
Die hohe Motivation der Kollegen ist für Chris Guglhör einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren. "Unsere Mitarbeiter haben Verantwortung und nehmen die auch eigenständig wahr. Als Familienunternehmen sind bei uns die Entscheidungswege kurz. Unsere Kunden bekommen schnelle Antworten, werden flexibel und vor allem rasch bedient. Das schafft Vertrauen." Das hohe Wachstum der vergangenen Jahre war keine Zielvorgabe sondern an erster Stelle standen zufriedene Kunden. Dafür braucht es zufriedene Mitarbeiter. Bei einer hohen Fluktuationsrate, davon ist Guglhör überzeugt, würden die Abläufe zwangsläufig ins Stocken geraten. Die Kundschaft konnte aber in der Regel bestens bedient werden. Die Abnehmer und deren Bedürfnisse wurden immer größer, so dass sich fast automatisch das schnelle Wachstum ergeben hat. Heute zählt die GM GmbH 30 Mitarbeiter und konnte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 9 Mio. EUR erreichen. Das Kunststoffgeschäft war stets mit Abstand der größte Umsatzträger. In Süddeutschland ist das Unternehmen sogar mittlerweile größter Kunststoffhändler.

Das schnelle Wachstum sprengte irgendwann die räumlichen Grenzen. Gerade im letzten Jahr war die Situation angesichts überquellender Lagerflächen und Enge in manchen Büroräumen nicht einfach. Aber die Mitarbeiter konnten mit der Aussicht auf Besserung schon vor einiger Zeit besänftigt werden. Bereits zwei Jahre nach der Firmengründung hatte die Unternehmensleitung beschlossen, dass nach Abschluss der Tilgung des 1996 aufgenommenen Darlehens im Jahr 2006, erneut Kapital aufgenommen und in einen Neubau investiert werden sollte. 1998 erhielt man vom Wirtschaftsreferat der Stadt die Auskunft, dass der Stadtrat für den Westen Münchens erstmals ein Industriegebiet plane. Um einen der höchst begehrten Bauplätze bewarb sich GM erfolgreich, 2005 erhielt man den Zuschlag. Entscheidungskriterien waren unter anderem die Umsatzentwicklung, die Frauenquote und die Anzahl Mitarbeiter pro Quadratmeter. Die Ansiedlung in dem Industriegebiet war vor allem deshalb wertvoll, weil der Grundstückspreis für Münchener Verhältnisse außerordentlich niedrig war die Verantwortlichen nannten das einen Pionierpreis. Für einen vergleichbaren Standort an anderer Stelle in der Stadt hätte mindestens das Doppelte bezahlt werden müssen.
Im Vergleich zu anderen Regionen Deutschlands war der gezahlte Preis zwar immer noch hoch, aber dafür bietet der Standort ein hervorragendes Marktumfeld. "Unsere Wachstumsmöglichkeiten sind fast unbegrenzt. Aber zu schnelles Wachstum ist auch ungesund", sagt Chris Guglhör.
Die Investition wurde mit bewusst vorsichtigen Wachstumsplanungen für die nächsten sechs Jahre durchgerechnet. Das Ergebnis sorgte für Zuversicht: das Grundstück wurde gekauft und der Neubau innerhalb eines halben Jahres umgesetzt. Für den Umzug von der früheren angemieteten Betriebsstätte auf dem unweit gelegenen Siriusgelände vertrau-te man bewusst auf professionelle Unterstützung. So konnte alles an einem Wochenende über die Bühne gebracht werden, so dass es keinen nennenswerten Betriebsstillstand gab. "Abgesehen von unserer Laufkundschaft hat kein Kunde irgendwelche negativen Beleitumstände des Umzugs zu spüren bekommen", berichtet Guglhör.

Mit dem Umzug verbesserte sich durch die neue Raumaufteilung die Situation in einigen Betriebsteilen spürbar. So senkte beispielsweise die Trennung von Warenein- und ausgang die Fehlerquote. Für eine Zeitersparnis sorgt die räumliche Nähe der Kunststoffplatten-Zuschnittsäge zu den Vorratsregalen, die Wege sind deutlich kürzer geworden. Eine der beiden Sägen sowie ein Plotter konnten erst für den Neubau angeschafft werden, weil vorher der Platz nicht zur Verfügung stand. Mit den neuen Maschinen hat GM nun deutlich größere Fertigungskapazitäten um noch schneller und flexibler auf Kundenwünsche zu reagieren. "Damit konnten wir in unserem Dienstleistungsangebot noch einmal einen großen Schritt nach vorne machen", freut sich Chris Guglhör.
Vor dem Umzug verfügte GM über knapp 1.000 m² Büro- und Lagerfläche, heute sind es 2.800 m². Bei einer Höhe von 7 m im Lager, am früheren Standort waren es nur 3 m, ergibt sich für die Nutzfläche noch ein deutlich größerer Zuwachs. Die Grundstücksfläche beläuft sich auf 3.800 m². Um für weiteres Wachstum gewappnet zu sein wurde noch ein kleinerer angrenzender Grundstückstreifen gekauft. "Ich schätze, dass wir dort in den nächsten ein bis zwei Jahren noch eine weitere Halle errichten werden". Und für noch ein anderes benachbartes Grundstück hat man zusätzlich eine Kaufoption abgegeben. Schönwetter-Aussichten für die inzwischen auf sicheren Füssen stehende GM. Da geht man in München doch in den Biergarten?!TH

(11.09.2008) Technischer Handel 09/2008   

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