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28.05.2020

Unternehmen & Märkte

Unternehmen & Märkte: 04.03.2015

EMI-Index

Einkaufsmanager vorsichtig optimistisch

Die deutschen Einkaufsmanager sind vorsichtig optimistisch für die weitere Konjunkturentwicklung. Mut machen ihnen vor allem der anhaltende Anstieg bei Industrieproduktion und Neuaufträgen, der, wenn auch marginale, Stellenaufbau sowie der sich fortsetzende Preisverfall bei wichtigen Rohstoffen. Das signalisiert der Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI), der im Februar mit 51,1 (Januar: 50,9) erneut oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten lag. Allerdings blieb er unter seinem langjährigen Mittel von 51,9 und wies nur eine leichte und insgesamt unterdurchschnittliche Wachstumsbeschleunigung auf.

"Die Beschaffung von Rohstoffen ist für Einkäufer so günstig wie lange nicht. Das gilt sowohl für Rohöl als auch für die meisten Industriemetalle und trägt zur Kostenentlastung in den Unternehmen bei", betonte Dr. Christoph Feldmann, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), Frankfurt.

"Während der deutsche Leitindex DAX von einem historischen Hoch zum nächsten eilt, bewegt sich der EMI eher behäbig. Eine leichte Konjunkturerholung zeigt der EMI zwar an. Von Euphorie kann aber keine Rede sein", sagte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, dem BME. Die üblicherweise zu beobachtende Korrelation zwischen DAX und EMI sei derzeit gebrochen. Entweder lege der EMI in den nächsten Monaten richtig zu, oder der DAX korrigiert deutlich. "Ich halte die zweite Variante für wahrscheinlicher. Selbst wenn der DAX also in den nächsten Wochen heftig korrigierten sollte, wäre dies kein Grund für Pessimismus. Lediglich die aktuelle Übertreibung würde abgebaut", so Traud weiter. Ein Wachstum des deutschen Bruttoinlandsproduktes in Höhe von 1,6 % sei aufgrund des hohen statistischen Überhangs auch dann noch drin – d.h. ein Wachstum über Potenzial mit einer weiteren Besserung am Arbeitsmarkt.

"Erfreulich ist, dass die unternehmerischen Erwartungen sich trotz der "Grexit"-Diskussion und weiterhin schwelender Spannungen in Osteuropa nicht wieder ins Schneckenhaus zurückgezogen haben", kommentierte Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, die aktuellen EMI-Januar-Daten. Das spreche dafür, dass die Konjunktur zurzeit gut abgestützt ist: durch niedrige Zinsen und Ölpreis, einen schwachen Wechselkurs und weiteres Aufholen in den europäischen Krisenländern. Kater abschließend: "Die deutsche Konjunktur erhält Rückenwind aus allen Richtungen."

Für DIHK-Chefvolkswirt Dr. Alexander Schumann taut die Stimmung in der deutschen Wirtschaft dagegen nur langsam auf. "Das Startquartal 2015 dürfte kaum an den überraschend guten Jahresausklang 2014 anknüpfen können", teilte er dem BME mit. Weiterhin sei es vor allem der Sonderfaktor Ölpreis, der den Konsum hierzulande befeuere und auch auf wichtigen Auslandsmärkten Kaufkraft schaffe. Schumann: "Wie lange dieser Rückenwind der Konjunktur hilft, bleibt abzuwarten."

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