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04.06.2020

Unternehmen & Märkte

Unternehmen & Märkte: 06.07.2015

Konjunktur

Griechenland-Krise lässt deutsche Wirtschaft kalt

Die Geschäfte der deutschen Industrieunternehmen sind im Juni wieder besser gelaufen als noch vier Wochen zuvor. Das signalisiert der finale saisonbereinigte Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI), der binnen Monatsfrist um 0,8 Punkte auf 51,9 zulegte. Das Konjunkturbarometer notiert damit den siebenten Monat in Folge über der neutralen Marke von 50, ab der Wachstum angezeigt wird. Von den hohen Werten, die zum Jahresbeginn 2014 gemessen wurden, war der Index jedoch weit entfernt. Mit 51,7 Punkten lag der Durchschnittswert des zweiten Quartals 2015 weitgehend auf dem Niveau des Vorquartals mit 51,6 Punkten.

Die Auftragsbücher in der deutschen Industrie füllen sich wieder (Bildquelle: Eisenhans / Fotolia.com)

Die Auftragsbücher in der deutschen Industrie füllen sich wieder (Bildquelle: Eisenhans / Fotolia.com)

"Der aktuelle EMI zeigt, dass die Produktion in der deutschen Industrie mit beschleunigter Rate hochgefahren wurde. Dies ist ein Zeichen dafür, dass sich die Auftragsbücher der Unternehmen wieder füllen", betonte Dr. Christoph Feldmann, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), Frankfurt.

"Der EMI ist nicht im freien Fall – ganz im Gegenteil. Nach einer Schwächephase stieg er im Juni wieder an, sagte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, dem BME. Dies zeige, dass die Unsicherheit um Griechenland zwar politisch eine erhebliche Tragweite hat, ökonomisch in Deutschland aber weitgehend irrelevant ist. Traud: "Deshalb sollte das Wachstum in Deutschland in diesem Jahr mit 1,6 Prozent genauso stark ausfallen wie 2014. Starke Impulse gibt es weiterhin aus den USA und vielen Ländern Europas. Die Schwellenländer wachsen dagegen nur verhalten."

"Die Temperaturen steigen und die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ebenfalls. Das ist ein gutes Zeichen – gerade angesichts der Griechenland-Turbulenzen, so DIHK-Chefvolkswirt Dr. Alexander Schumann. Sonderfaktoren wie Niedrigzinsen, günstiger Ölpreis und schwacher Euro bauen seiner Ansicht nach einen Schutzwall um die Konjunktur. Auch das Auslandsgeschäft laufe besser. Schumann: "Und die Bundesregierung sendet beim Mindestlohn ein erstes ermutigendes Signal in Richtung der Unternehmen. Gerade mit dem Bürokratieabbau muss es nach der Sommerpause im Politikbetrieb weitergehen."

"Griechenland lässt die deutsche Wirtschaft weiterhin kalt. Das muss aber nicht so bleiben", kommentierte Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, die aktuellen EMI-Daten. Bei einem möglichen Grexit seien es weniger der unmittelbaren Impulse aus Griechenland, sondern vielmehr Unsicherheiten über den generellen Kurs innerhalb der EU, die das Wirtschaftsvertrauen vorübergehend beeinträchtigen könnten. Eine weitere wichtige Botschaft stecke aber in der Preiskomponente der jüngsten EMI-Umfrage. Der neuerliche Anstieg der Einkaufs- und Verkaufspreise spreche dafür, dass der Kampf gegen das Deflationsgespenst vorerst gewonnen sein dürfte.

volkmar.klein@bme.de, T +49 69 30838-301, www.bme.de/services/einkaufsmanager-index/

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