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04.06.2020

Unternehmen & Märkte

Unternehmen & Märkte: 20.01.2014

Langsam aufwärts

TH-Jahresrundruf: Händler gehen mit gewachsenem Optimismus ins Neue Jahr

Schon die Bilanz des Vorjahres war nicht so gut und 2013 reichte es für den Technischen Handel sogar nur für eine "rote Null". Kaum Anlass also für die Teilnehmer des TH-Jahresrundrufs, euphorisch zu sein. Immerhin, die Stimmung hat sich aufgehellt und der Wachstumspfad wies in der zweiten Jahreshälfte leicht nach oben. Ob sich das fortsetzen lässt, ist allerdings unklar. Weiter gibt es unkalkulierbare Rahmenbedingungen. So lässt sich schwer einschätzen wie die Chancen stehen, dass sich der Wunsch, 2014 möge wieder ein sehr gutes Jahr werden, für viele erfüllen wird.

  1. Wie verlief für Ihr Unternehmen das Jahr 2013, konnten Sie die von Ihnen gesteckten Ziele erreichen?
  2. Was waren für Sie im abgelaufenen Jahr die wichtigsten Ereignisse, welche Entwicklungen hatten oder werden künftig auf die Branche den größten Einfluss haben?
  3. Wie sehen in einem von leichtem Optimismus geprägten Wirtschaftsklima, Ihre Geschäftserwartungen für 2014 aus?
  4. Welche besonderen Pläne haben Sie in Ihrem Unternehmen für nächstes Jahr?


Kommentar: Jochen Lampert (20.01.2014)

Stoppt den Wahnsinn

Jochen Lampert

Jochen Lampert, Rala GmbH & Co.

1. Die Entwicklung im Jahr 2013 war für uns nur bedingt gut, denn das geplante Umsatzwachstum konnten wir nicht erreichen, wir schließen knapp über dem Vorjahr ab. Auf der anderen Seite ist es uns erneut gelungen, die Marge, die im Jahr 2011 gesunken war, nun im 2. Jahr in Folge wieder anzuheben. Wir haben es geschafft, die vielen Sonderleistungen, die für unsere Kunden echte Vorteile darstellen, auch im Preis umzusetzen und das half uns.
Bei unseren Kosten liegen wir leicht unter Plan, sodass wir mit der Ergebnisverbesserung zufrieden sein können.
Die Frage, warum wir unsere Umsätze nicht wie geplant realisieren konnten, erkläre ich mir mit der verhaltenen Investitionsbereitschaft der Industrie. Die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland kann ja nicht wirklich als schlecht beschrieben werden, schon gar nicht, wenn man sie im Vergleich zu den anderen Ländern in Europa betrachtet, aber trotzdem hat sich alles etwas reduziert und langsam bewegt.
Positiv auf das Rala Geschäft ausgewirkt hat sich unsere Millionen-Investition des vergangenen Jahres in die neue Logistik, die sich durch verbesserten Abläufe und Kostenreduzierungen bemerkbar machte.

2. Ein wichtiges Ereignis war für mich die Gründung der K4S, eine logische Weiterentwicklung unserer erfolgreichen Kooperation mit unseren Partnern Sahlberg, Schloemer und Jesse, die wir im Jahr 2003 gestartet hatten. Mit dieser neuen Gesellschaft wollen wir die ganz großen, häufig auch europäisch aufgestellten Konzerne im Bereich PSA gewinnen, gegen die branchenfremden und ausländischen Anbieter.
Ich gestehe, die Reaktionen, die wir von einigen wenigen "Kollegen" aus dem Technischen Handel erfahren haben, haben mich doch sehr verwundert. Man sollte es nicht glauben, aber wir mussten uns doch tatsächlich Bedrohungen anhören, die sich auf einem Niveau bewegt haben, das einer Branche wie dem Technischen Handel in Deutschland nicht würdig ist.
Überrascht stellen wir in diesem Jahr fest, dass das klassische PSA Geschäft nicht durch die branchenfremden und ausländischen Anbieter gefährdet wurde, sondern von ein paar ganz wenigen VTH Mitgliedern, also eigentlichen Kollegen, die Wasser predigen, aber Wein trinken!
Da passiert gerade etwas, was der ganzen Branche langfristig schaden könnte: Man reißt die Preise für Markenprodukte und Leistungen, die nur der Technische Handel erbringen kann, blindwütig nach unten, ufer- und niveaulos, in der Hoffnung auf zusätzliche Umsätze und Marktanteile. Dass diese Gier Kollegenfirmen und Marktteilnehmer, aber auch die Markenhersteller unglaubwürdig macht, interessiert die Verantwortlichen dort nicht.
Ich kann nur hoffen, dass die Hersteller unserer PSA Marken sich nicht unter Druck setzen lassen und im Nachhinein ihre Preise nochmals senken werden. Mögen die gedankenlosen Aktionen dazu führen, dass man die Suppe mit den Minusspannen auslöffeln muss, indem die Kunden die versprochene Leistung auch gnadenlos abrufen.
Ich kann nur sagen: Viel Spaß "Kollegen" aber stoppt den Wahnsinn!

3. Für das kommende Jahr bin ich zuversichtlich, dass die Wirtschaft in einigen europäischen Ländern wieder etwas anzieht und deshalb auch in Deutschland tatsächlich wieder ein Wachstum von knapp 2 % realisiert wird.
Das bedeutet für uns eine moderate Wachstumsplanung von etwa 5 %, mit Sicherung der Margen, durch Berechnung unserer Leistung. Bereits im vergangenen Jahr hatte ich an dieser Stelle darauf hingewiesen, wie wichtig ich es für unsere Branche halte, dass wir unsere außerordentlichen Leistungen gegenüber den Wettbewerbern aus anderen Branchen zum Kunden hin klar definieren können und uns diese auch bezahlen lassen, wenn sie zu einem Wertewachstum für den Kunden beitragen.
Wir können für die Industrie ein so breites Spektrum an wertvollen Dienstleistungen anbieten, die mehr Vorteile bieten als der billigste Preis, aber dazu müssen wir aktiv verkaufen!

4. Wir haben für 2014 ganz besondere Pläne: Rala wird im nächsten Jahr 125 Jahre alt; das gilt es zu feiern, mit unseren Mitarbeitern, unseren Kunden, unseren Lieferantenpartnern und den Freunden des Hauses.

Jochen Lampert, Geschäftsführer
Rala GmbH & Co., Ludwigshafen


Kommentar: Gabriele Kalesse und Frank Gerdell (20.01.2014)

Der ‚billige Jakob‘ sollte mittelfristig keine Chance haben

Gabriele Kalesse und Frank Gerdell

Gabriele Kalesse und Frank Gerdell, Walter Gondrom GmbH & Co. KG

1. Das Jahr 2013 war für uns durchwachsen. Unsere Erwartungen im Jahr 2012 für das Jahr 2013 waren verhalten und wir waren von einem ähnlichen Niveau wie für 2012 ausgegangen. Dieses Ziel konnten wir erreichen und im Vergleich zu 2012 etwas zulegen. Allerdings war der Zuwachs nicht so hoch, dass wir ein Rekordjahr erreicht hätten.

2. Das wichtigste Ereignis für uns war sicherlich die Übernahme der technischen Großhandlung Kling, "Gondrom meets Kling" auf neudeutsch, oder noch besser: Rheinland trifft auf Baden Württemberg. Wir haben viel Zustimmung erfahren, aber auch fragende Gesichter. Wir konnten unserer Einschätzung nach alle Zweifel bei den Mitarbeitern ausräumen: beide Unternehmen werden weiterhin am Markt der Silo- und Tankwagenersatzteile mit den gleichen gut ausgebildeten, motivierten und kompetenten Mitarbeitern agieren!
Darüber hinaus beobachten wir kritisch den Eintritt von immer mehr Billiganbietern. Wir setzen hier auf die Einsicht im Kundenkreis, dass Kompetenz und Problemlösung nur im technischen Fachhandel anzutreffen ist. Der "billige Jakob" sollte in unserer Branche mittelfristig keine Chance haben.

3. Schaut man sich den IFO Wirtschaftsklimaindex für die Eurozone im III. Quartal 2013 an, zeigt sich eine Erholung zum gleichen Vorjahresquartal, vergleicht man jedoch zum entsprechendem Quartal 2011 stellt sich der Wert nicht mehr ganz so positiv da. Und 2012 war nicht so gut wie erwartet. Eigentlich kommt es immer anders als prognostiziert. Demnach dürfte 2014 nicht so gut werden.
Wir sehen aber dem Jahr 2014 positiv entgegen. 2011 war ein hervorragendes Jahr für uns. 2012 und 2013 waren durchaus zufriedenstellend. Jetzt darf 2014 wieder ein sehr gutes Jahr werden.

4. Pünktlich zum Jahresende haben wir von der Stadt Köln endlich die Baugenehmigung für eine neue Lagerhalle erhalten. Wir werden mit diesem Projekt (es müssen in der Bauphase mehrere Kilometer an Schlauch zwischengelagert werden) im Jahr 2014 alle Hände voll zu tun haben, und darauf freuen wir uns. Wenn die Halle steht, werden wir eine beeindruckende Lagerfläche für Industrieschläuche bieten und darauf sind wir jetzt schon stolz!

Gabriele Kalesse und Frank Gerdell, Geschäftsführer
Walter Gondrom GmbH & Co. KG, Köln


Kommentar: Thomas Steinrück (20.01.2014)

Digitalisierung schreitet auch im B-to-B Bereich voran

Thomas Steinrück

Thomas Steinrück, Steyr-Werner Technischer Handel GmbH

1. Das Jahr 2013 verlief wie das vorangegangene – anspruchsvoll, gut und in Summe erfolgreich.
Es gab einmal mehr und manchmal weniger Rückenwind – teilweise war es auch windstill am Markt. Umso mehr kam es auf unsere eigene Markleistungen an. Das forderte und half uns, weitere Möglichkeiten für Verbesserungen zu entdecken.
Wir haben übrigens das in den letzten Jahren so häufig verwendete Wort "volatil" ins Österreichische und für uns in den Alltag übersetzt: es bedeutet schlicht und einfach "wankelmütig" – darauf haben wir uns eingestellt.
Natürlich waren wir als Technischer Händler mit einer Vorratshaltung über 39 Warengruppen besonders gefordert, aber genaugenommen geht es vielen in der Wertschöpfungskette so; unsere Erfahrung hat gezeigt, dass größere Abnehmer schon früher begonnen haben, sich darauf einzustellen. Da gab es für viele Einiges zu lernen, und darauf stellen wir uns auch weiterhin ein.

2. Dazu fallen mir zwei Themen ein: wir haben uns im vergangenen Jahr erneut stärker der methodischen und der persönlichen Entwicklung unserer MitarbeiterInnen gewidmet. Ich traue mich zu behaupten, das können wir bei Steyr-Werner besonders gut, und es wird auch vielen unseren Kunden, aber ganz besonders von unseren eigenen MitarbeiterInnen sehr geschätzt – je professioneller der/die Einzelne wird, umso besser wird das Team, und die Qualität, die der Kunde erhält und spürt! Das ist eine erfreuliche Entwicklung, die wir alle, die in diesem Prozess involviert sind, wirklich schätzen.
Das andere Thema ist die voranschreitende Digitalisierung auch im B-to-B Bereich; vor zwei Jahren habe ich an gleicher Stelle auf diese Entwicklung hingewiesen. Das hat sich nun nicht nur bestätigt, sondern die Entwicklung der Digitalisierung von Prozessen wird umfangreicher und schneller auf unsere Branche Einfluss nehmen, als wir es uns vorstellen können – ob wir es wollen, oder nicht.
Kürzlich habe ich dazu auf einem Zukunftssymposium eine Ansage eines digitalen Global Players gehört: "...eine ähnliche technische Entwicklung wie in den letzten 15 Jahre wird in den nächsten drei Jahren erneut stattfinden". Damit war nicht ein Wechsel vom Schreiben auf Papier auf einen Touchscreen gemeint – es ist damit die völlige Neugestaltung von Geschäftsprozessen gemeint. Das wird passieren, obwohl es manchmal auch in einem Widerspruch zu dem stattfindet, was wir schätzen (...).
Wir stellen uns dieser Herausforderung und haben bereits begonnen herauszuarbeiten, bei welchen Abläufen man eine Chance hat, mitzugestalten, was wird ergänzt und was wird wegfallen; letzteres wird passieren, auch wenn es alte und lieb gewonnene Routinen sind. Die neuen Geschäftsmodelle, oft auch angeboten durch neue Marktteilnehmer, bieten einen Nutzen, Informationen und Zugänge rund um die Uhr kostengünstig zur Verfügung zu stellen: darauf werden unsere Kunden nicht verzichten wollen.

3. Entsprechend angepasst – damit meine ich, dass wir erneut gefordert sind, mit den jeweiligen Marktentwicklungen zu Recht zu kommen, erfreulicherweise diesmal mit etwas mehr Optimismus. Das Geschäftsjahr 2014 fordert uns diesmal aber mehr heraus, mehr als in den letzten Jahren – denn diesmal geht es auch darum, die Zeichen außerhalb des eigenen Unternehmens, außerhalb der vertrauten Regionen und auch außerhalb der bekannten Kundengrößen zu erkennen.

4. Es geht, wie erwähnt, jetzt darum, den nächsten Wandel aktiv, durchgängig und schnell zu gestalten, heute bereits zu beginnen alle Menschen, mit denen wir zu tun haben, dabei zu unterstützen und zu fordern, diesen Weg mit uns zu gehen – das wird das Besondere (und bald auch das Alltägliche werden).
Deswegen ist es uns auch wichtig, im Ausgleich dazu das für uns Wesentliche konsequent weiterzuführen: unseren Anspruch und unser Angebot an Qualität, und das in jeder Beziehung, zu festigen und noch stimmiger und konsequenter zu leben. Wir fühlen uns wohl in unserer verbindenden, verlässlichen Rolle als Mittler & Lotse zwischen unseren Lieferanten und unseren Kunden.
Wir sind überzeugt, dass diese qualitative Sicht- und Verhaltensweise bei Sortimenten, Prozessen und in der Art der Zusammenarbeit noch eine Zeitlang eine entscheidende Wirkung hat, wenn es um die Auswahl der Geschäftspartner geht. Wir wissen aber auch, dass das alleine nicht mehr ausreichend sein wird – die digitale Zukunft fordert uns – schon lange!

Thomas Steinrück, Geschäftsführer
Steyr-Werner Technischer Handel GmbH, Pasching, Österreich


Kommentar: Marcus Rössner (20.01.2014)

Investitionsrückgang im Maschinenbau hat sich bemerkbar gemacht

Marcus Rössner

Marcus Rössner, Schimmel GmbH

1. Nicht ganz, gegenüber 2012 wo wir schon ca. 9% unter dem sehr guten Jahr 2011 lagen, erwarten wir dieses Jahr keine Verbesserung und werden wahrscheinlich auf dem Niveau von 2012 landen (also eine schwarze Null).
Dabei entwickeln sich die einzelnen Sachgebiete unterschiedlich, während wir in den Bereichen PSA, Schlauchtechnik und Antriebstechnik Steigerungsraten haben, kommt es bei der Chemotechnik und den Technischen Gummi- und Kunststoffwaren sowie Akustik zu einem geringerem Umsatzvolumen, bedingt teilweise auch durch den Wegfall einiger Kunden die jetzt im Direktgeschäft mit den Lieferanten sind. Selbstverständlich machen sich auch der Investitionsrückgang im Maschinenbau und Rückgänge bei produktionsnahen Gütern bemerkbar.

2. Aus unserer Sicht am wichtigsten waren: CRM-Einführung und Implementierung, Webshop und Internet Darstellung, Kundenanbindungen über Marktplätze, Ausbau der EDV-Systeme (teilweise wie oben beschrieben) und Anbindung an Kunden-e-Procurement-Systeme.

3. Wir hoffen im Jahr 2014 wieder eine moderate Umsatzsteigerung erreichen zu können, wobei wir weiterhin stärker in den Bereichen Fertigung, Zeichnungsartikel und allgemeine Kundenbetreuung tätig werden und investieren wollen.

4. Wir haben uns folgende Schwerpunkte vorgenommen: Verstärkung des Außendienst, Umwelt Auditierung, Dokumentenmanagement, personelle Unterstützung in der Geschäftsleitung sowie automatische Fracht- und Versandkostenfakturierung.

Marcus Rössner, Geschäftsführer
Schimmel GmbH, Offenbach


Kommentar: Dr. Wolfgang Blum (20.01.2014)

eBusiness wird den größten Einfluss auf die Branche haben

Wolfang Blum

Dr. Wolfgang Blum, Haberkorn Holding AG

1. Das Jahr 2013 verlief aus unserer Sicht trotz schwieriger makroökonomischer Bedingungen einigermaßen zufriedenstellend. Die Umsatzziele haben wir zwar knapp verfehlt, die Ergebnisziele haben wir erreicht.

2. Das Jahr 2013 verlief im Wesentlichen ohne besondere Höhen und Tiefen. Im ersten Halbjahr beeinflusste die Wettersituation vor allem im Bau unser Geschäft.
Das allgemeine wirtschaftliche Umfeld bedingt durch die schwache Konjunktur im Euroraum sowie die anhaltende Unsicherheit über die weitere Entwicklung prägten die Situation in Österreich. Ab dem Sommer hat sich die Situation gebessert und ein leichter Optimismus ist in der Wirtschaft zu spüren. Marktseitig gab es keine besonderen Herausforderungen. Wir verzeichneten eine gesteigerte Nachfrage nach eBusiness und Logistiklösungen.
Aus meiner Sicht werden die Entwicklungen im Bereich eBusiness den größten Einfluss auf die Branche haben.

3. Unsere Geschäftserwartung ist für 2014 in Österreich optimistisch, die Talsohle wurde 2013 endgültig durchschritten.
Auf unseren internationalen Märkten in Osteuropa sehen wir größere Wachstumschancen, allerdings mit Unterschieden in den einzelnen Ländern. Für die gesamte Haberkorn Gruppe rechnen wir für 2014 wieder mit einem deutlichen Zuwachs in Umsatz und Ergebnis.

4. Wir setzen in unserer Organisation – im Innendienst und auch im Außendienst – verstärkt auf Spezialisierung.
Der Bereich Logistik Services und eBusiness bleibt unser Topthema.
Im Bereich Qualität- und Prozessmanagement setzen wir wieder einige Akzente. Wir planen die Zertifizierung 9001 für das Frühjahr 2014.

Dr. Wolfgang Blum, Vorstandsvorsitzender
Haberkorn Holding AG, Wolfurt, Österreich


Kommentar: Peter Mühlberger (20.01.2014)

Ich erwarte eine verschärfte Wettbewerbssituation durch ausländische Marktbegleiter

Peter Mühlberger

Peter Mühlberger, Mühlberger GmbH

1. Das Jahr verlief für unser Unternehmen zweigeteilt: Im Bereich Technik konnten wir genau nach Plan einen Zuwachs von 10 % erreichen. Im Bereich Arbeitsschutz lief es auf Grund von Sondereffekten nicht ganz so gut. Trotzdem werden wir hier mindestens auf dem Vorjahresniveau landen.
Von Seiten der Chemie- und Pharmaindustrie konnten wir eine sehr rege Nachfrage verzeichnen.

2. Es ist derzeit ein verstärkter Trend zu Systemgeschäften zu sehen.
Für die nähere Zukunft erwarte ich eine verschärfte Wettbewerbssituation durch ausländische Marktbegleiter, die dank ihrer wirtschaftlichen Stärke in den Markt drängen. Diese werden nicht nur in ihren Kerngeschäften aktiv bleiben, sondern teilweise auch massiv in anderen Produktsegmenten ihre Anstrengungen forcieren. Diesbezüglich wird der Bereich Arbeitsschutz den stärksten Druck erleben.
Ich glaube es wird in Zukunft generell schwieriger werden PSA anzubieten, wenn man das nicht in der entsprechenden Größenordnung tut.
Um die Professionalisierung zu erhöhen, die an der Stelle heute von den Kunden erwartet wird, sollten kleinere Händler die Chance nutzen, mit Gleichgesinnten zu kooperieren, um weiter erfolgreich zu sein.
Elektronische Systeme gewinnen zunehmend an Bedeutung. Sie werden immer komfortabler und damit für die Kunden attraktiver. Dieser Trend wird heute strukturierter und nachhaltiger. Von den Händlern erfordert er erhöhte Konzentration auf die Thematik, mehr Personal und größere Investitionen.

3. Wir kommen mit Schwung aus dem Jahr heraus und sind optimistisch, dass wir diesen Schwung auch mit ins neue Jahr hineinnehmen, so dass die Erwartungen auch für 2014 wieder positiv sind. Ich erwarte deutliche Impulse für unseren Bereich Arbeitsschutz. Für die Technik glauben wir, dass wir wieder das hohe Niveau des Jahres 2013 erreichen können.
Den allgemeinen Konjunkturoptimismus teile ich. Allerdings wird es keine gleichmäßige Entwicklung geben. Ich rechne mit differenzierten Branchenkonjunkturen.

4. Wir werden auf jeden Fall weiter in unsere IT- und Katalog-Systeme investieren.

Peter Mühlberger, Geschäftsführer
Mühlberger GmbH, Mainz-Kastel


Kommentar: Max Richter (20.01.2014)

Weiterhin Tendenz zu sinkenden Margen

Max Richter

Max Richter, Jesse GmbH & Co. KG

1. Wir blicken auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Es besteht jedoch neben den reinen Zahlen durchaus Unruhe im regionalen und überregionalen Markt. Es gibt weiterhin die Tendenz zu sinkenden Margen und zunehmend anwachsenden Ansprüchen seitens unserer Kunden.

2. Die Leitmesse A+A in Düsseldorf war wieder der Höhepunkt in 2013. Konstruktive und zukunftsorientierte Gespräche bieten Ansatzpunkte für die Zukunft. Ein weiterer Höhepunkt war die Gründung der Kompetenz4safety GmbH & Co. KG.

3. Wir blicken zuversichtlich in das Jahr 2014. Die Entwicklung im Technischen Handel wird sich wie immer, sehr individuell darstellen. Die Herausforderung ist mit hoher Sicherheit, die richtigen Dienstleistungen und Produkte anbieten zu können. Daran arbeiten wir intensiv. Unsere Kunden müssen überzeugt werden, dass Dienstleistungen nicht "umsonst" sind und damit auch nicht kostenlos erhältlich sein können.

4. Auch im Jahr 2014 liegt der Schwerpunkt in der Weiterentwicklung unseres Unternehmens. Dazu gehört innerhalb des Unternehmens die stetige Optimierung von Prozessen mit unseren Mitarbeitern. Extern steht die fruchtbare Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Lieferanten und Partnern im Mittelpunkt. Pünktlich zum neuen Jahr werden wir mit unserem Team ein umfassendes Update unseres ERP-Systems in Betrieb nehmen.

Max Richter, Geschäftsführer
Jesse GmbH & Co. KG, Seesen


Kommentar: Hubert Reiff (20.01.2014)

Kunden erwarteten Preisabsenkungen

Hubert Reiff

Hubert Reiff, Reiff – Technische Produkte – GmbH

1. Nein, wir konnten im Umsatz die gesteckten Ziele nicht erreichen. Anstelle eines geplanten moderaten Wachstums von + 3% schließen wir mit einem leichten Rückgang ab. Ausschlaggebend dafür waren kundenspezifische Bedingungen. Es war ein Jahr nach dem Motto Firmenkonjunktur vor Branchenkonjunktur. Den von Kundenseite erwarteten Preisabsenkungen nach Jahren der Erhöhung konnten wir wenig entgegen setzen.

2. Die Investitionstätigkeit in Deutschland und ganz Europa ist zu verhalten. Das führt zu einer Querbewegung der Marktentwicklung. Die Industriekunden verhielten sich entsprechend fordernd. Wir reagieren auf die zunehmende Bedeutung von Prozess und Datenmanagement im Hinblick auf die zunehmende Notwendigkeit vernetzter und teilautomatisierter Geschäftsprozesse zur Erhöhung von Schnelligkeit und Effizienz.

3. Wir teilen den Konjunkturoptimismus und planen einen Umsatzzuwachs von 4 bis 5 %. Voraussetzung ist, dass die neue Regierung ein Klima des Vertrauens mit Anreize für mehr Konsum und Investitionen schafft.

4. Wir bieten mehr Be- und Verarbeitungsleistungen an. Wir erweitern unsere Zentrallogistik erheblich, investieren in qualifizierte Mitarbeiter und würden gerne eine Unternehmensakquisition tätigen.

Hubert Reiff, Geschäftsführer
Reiff – Technische Produkte – GmbH, Reutlingen


Kommentar: Sven Kistenpfennig (20.01.2014)

Deutlicher von den Internetlogistikdienstleistern differenzieren

Sven_Kistenpfennig

Sven Kistenpfennig, Kistenpfennig AG

1. Das Jahr 2013 ist im Großen und Ganzen in einer Seitwärtsbewegung verlaufen. Wir konnten unsere gesteckten Ziele, vom Umsatz und Roherlös, leider nicht erreichen. Es zeigt sich jetzt zum Jahresende eine "leichte" Bewegung des Marktes nach oben.

2. Die wichtigsten Ereignisse und Entwicklungen haben nicht 2013 stattgefunden sondern zeichneten sich schon in den letzten Jahren ab. Diese sind von einer zunehmenden Transparenz im Markt geprägt und dem immer stärkeren Margendruck von Direktanbietern die sich deutlich schneller im Markt entwickeln als der klassische Handel.
Wir müssen Wege und Konzepte etablieren, die uns von den Internetlogistikdienstleistern deutlicher differenzieren, um mitwachsen zu können.

3. Für 2014 sehen wir eine leichte Erholung der Märkte bei einem niedrigen einstelligen Wachstum. Auch zeichnen sich seitens der Herstellerindustrie Preiserhöhungen ab, die wir mit hoher Wahrscheinlichkeit auf dem Markt umsetzen können.

4. Wir werden bis Ende des Jahres unsere Strategie für die nächsten Jahre verabschieden und sehen erhebliche Veränderungen in unserem Geschäftsumfeld, sodass wir uns in der Lage bringen müssen, schneller und intensiver auf Marktveränderungen reagieren zu können. Insbesondere auch in den Abwicklungsprozessen (Supply Chain) müssen wir effizienter werden. Dies werden wir nur durch eine Automatisierung und Digitalisierung der Prozesse erreichen.

Sven Kistenpfennig, Vorstand
Kistenpfennig AG, Mainz

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