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16. Sep 2020 // Unternehmen & Märkte

„Massiver Konjunktureinbruch“ in der deutschen Kautschukindustrie

Bernhard Flacke

Die gegenwärtige Corona-Pandemie hat in der deutschen Kautschukindustrie tiefe Spuren hinterlassen. Nach dem 1. Halbjahr 2020 lag das Umsatzminus im Vergleich zum Vorjahr bei rund 22 %. Die Branchenunternehmen konnten nach Angaben des Wirtschaftsverbands der deutschen Kautschukindustrie (wdk) mit ihren Produkten nur noch knapp 4,5 Mrd. EUR erwirtschaften.

Gummiproduktion
Bildquelle: Video_StockOrg / stock.adobe.com

wdk-Chefvolkswirt Michael Berthel führt den Einbruch auf das 2. Quartal 2020 zurück: „Vor allem im April und Mai hat der Shutdown in Folge der Corona-Krise die Branche mit voller Wucht erfasst. Vier von fünf Unternehmen verzeichneten Produktionsunterbrechungen. Deshalb schlug im 2. Quartal ein Umsatzminus von 35 % zu Buche. Zur Jahresmitte nutzen immer noch fast 60 % der Unternehmen Kurzarbeit zur Überbrückung der Nachfrageschwäche.“

Besonders betroffen von der wirtschaftlichen Rezession seien die Automobilzulieferer, die in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres einen Rückgang von etwa 30 % verkraften mussten. Im non-automotiven Sektor, also bei den Lieferungen an Abnehmer aus anderen Industriezweigen, an die Bauindustrie und an Endverbraucher, konnten die Unternehmen im 1. Quartal 2020 noch Umsatzzuwächse verzeichnen. Im 2. Quartal allerdings erfasste die Corona-Krise dann auch diese Geschäftszweige und der kumulierte Umsatz fiel zur Jahresmitte unter den des Vorjahres.

Seit dem Tiefstand der Branchenkonjunktur im April bessert sich zwar die Auftragslage für die Unternehmen der deutschen Kautschukindustrie im Vormonatsvergleich, die Rückkehr auf Vorkrisenniveau wird sich nach Einschätzung des wdk-Chefvolkswirts aber noch über das Jahr 2021 hinaus erstrecken. Für das Gesamtjahr 2020 bleibt der wdk bei seiner Umsatzprognose von minus 17 %.

info@wdk.de, T +49 69 7936-0, www.wdk.de

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